Science-Tology
Die 10 wichtigsten Merkmale eines universitären Fachgebietes:
1. Das Fachgebiet ist die Wahrheit. Die Einsicht, die von der Fachgebietsleitung offenbart wurde, ist heilig und erhaben über jedliche Kritik. Peer-Review sichert die Originalität, Brisanz und den Wert dieser Wahrheit und offenbart die Unzulänglichkeit anderer Meinungen.
2. Das Wissen des Fachgebietes ist hierarchisch und esoterisch. Anfänger erhalten nicht Zugang zu jeder Erkenntnis und Information. Dieses Wissen wird verborgen und ist unter Kontrolle der Fachgebietsleitung. Erst nach einer Bewährungszeit allgegenwärtigem Gehorsams und unwidersprochener Unterwürfigkeit kann man sich den Zugang zu dem Wissen der nächsten Hierachie verdienen.
3. Das Fachgebiet entwickelt eine eigene Sprache, die zu einem geschlossenen Universum wird. Die Sprache bezieht sich in einem geschlossenen logischen Kreis – auf sich selbst. Sie wirkt gedankenstoppend und es ist schwierig ihr nicht zu verfallen. Sie ist oft mythisch, selten rational. Nur wer es versteht, ist drin. Wer nicht – ist minderwertig, ist Feind.
4. Mitglieder ändern nach dem Eintritt ihre Identität. Sie bekommen neue erhabene Titel, gerne auch Ketten mehrerer Titel die sie als Teil der neuen Gemeinschaft kennzeichnen. Die alte Identität wird schikaniert. Bisherige Verbindungen bezüglich Ökonomie, Familie, Arbeit und Freundschaft werden radikal geändert. Der Kontakt zu Nichtmitgliedern ist verpönt.
5. Das Fachgebiet übernimmt die soziale Kontrolle. Die Forderung nach Reinheit bedeutet, dass Zeit, Geld, Zugang zu anderer Information und die Grundlage für Beschlüsse von der Fachgebietsleitung mittels demokratisch legimentierter Strohmänner/-frauen kontrolliert werden müssen. Was man darüberhinaus in seiner „Freizeit“ tut, findet größtenteils im Universitätsumfeld statt und führt das Mitglied mit anderen Mitgliedern der Hierarchie zusammen.
6. Der Fachgebietsleiter hat die Macht. Es gibt normalerweise einen Leiter und die Organisation ist wie eine Pyramide um ihn herum aufgebaut. Er rekrutiert neue Mitglieder, die ihn zitieren und in seine Fußstapfen treten. Diese wiederum müssen weitere Anfänger (Studenten, Hilfskräfte, …) rekrutieren, um zitiert zu werden und um die eigentliche Arbeit an diese zu delegieren.
7. Das Fachgebiet hat starke und einfache Feindbilder. Der äußere Feind und das Böse sind außerhalb des Fachgebietes, die Guten sind innerhalb. Diejenigen außerhalb des Fachgebietes haben oder bekommen eine minderwertige Existenz (landen z.B. in EU-Projekten o. dgl.).
8. Das Fachgebiet hält einen inneren Feind am Leben. Das Böse ist auch innerhalb zu finden. Meist in Form von unüberprüften Zitaten, allgemeingültigen Schlussfolgerungen und Strg+C. Das ist gut, sofern man diese Verfehlungen bekennt. So entsteht eine Kultur des Bekenntnisses. Wer nicht teilnimmt, wird ausgeschlossen.
9. Der Zweck heiligt die Mittel. Wissenschaftliche Moralsysteme, Best-Practices, Publikationregeln, Forschungsschwerpunkte sind unhinterfragte Gebote. Das Mitglied muss sich überlegen, was ihm wichtiger ist: Qualität oder Quantität der Publikationen.
10. Das Fachgebiet zu verlassen wird mit Sanktionen versehen. Der Weg nach oben involviert ein gewisses „Freizeitprogramm“ (siehe Punkt 5). Das Verlassen des Fachgebietes hinterlässt ein tiefes Loch und viel zu viel Zeit.
Recent Entries
- Is my code compiled on Mono (or Microsoft .NET)?
- Definition of C#
- Google Wave – A Revolution done wrong!
- C# and implicit conversions
- Mein Cluster hat vier Räder ;)
- OpenVPN and Windows7
- M$ SharePoint and Symlinks…
- Die sones GmbH sucht weitere engagierte Softwareentwickler
- Detexify2 – Latex symbol classifier
- Piratenspot “Klarmachen zum Ändern” 2009