Über die Reputation im Web 2.0

Eins der größten Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation scheinen sich nicht nachhaltig lösen zu lassen. Es wechselt nur sein Gewand und ist immer wieder in scheinbar neuer, nie zuvor da gewesener Form zurück: die Reputation der Worte.

In der aktuellen Fassung dürfte sie wohl lauten: Sind Blogger Journalisten? Sind Blogs „besser“ als klassische Medien? Sind Blogs schützenswerte Meinungsäußerungen?

Die einzig halbwegs wahre Antwort hierauf dürfte wohl ein entschiedenes „das kommt darauf an sein“. Wie jedes andere Werkzeug auf der Welt kommt es schließlich auf den Menschen dahinter und die Menschheit davor an, ob dieses Werkzeug ein Kunstwerk oder eine Waffe darstellt. Menschen sind von Natur aus neugierig, interessiert, wissensdurstig und versuchen seit je her ihre Sucht nach „Neuem“ auf verschiedenste Art und Weise zu befriedigen. Vor langer Zeit waren es mal die Geschichten die man von Generation zu Generation mündlich weitererzählte und später, nach Erfindung der Malerei und Schrift kamen die heutigen Massenmedien hinzu. So positiv wie diese Entwicklung auch ist, so problematisch ist hierbei aber auch der Verlust der Reputation der übermittelten Inhalte bzw. der des Überbringers. Früher kannte man meistens den der einem eine Geschichte erzählten wollte persönlich und so konnte man damit die Intention des Erzählers und den Wahrheitsgehalt der Geschichte einigermaßen abschätzen. Doch im Laufe der Zeit verlor man diese direkte Bindung an den Überbringer und versuchte es auf andere Art und Weise wieder zu erlangen. Bei heutzutage klassischen Medien versucht man dies über den gewissen „Namen“ oder „Ruf“ z.B. bei einer Zeitung — treu in der Hoffnung, dass diese sich den Pressekodex verpflichtet fühlt [1] und sie ihren Ruf und damit ihre zukünftigen Einnahmen auf Grund der gewinnorientierten Ausrichtung nicht verlieren will. Ob dies immer so zu trifft ist wohl nicht nur bei der BILD Zeitung fraglich, auch wenn man bei diesem Schriftgut wenigstens weiß woran man ist, was man von anderen Medien nicht immer behaupten kann.

Im neusten Medium – dem Web 2.0 und seiner wohl bekanntesten Ausprägung der Weblogs ist dies Problem noch ungleich größer. Ist diese halb-anonyme, pseudonyme Person mit ihrer Geschichte glaubwürdig? Was ist ihre Intention? Hält sie sich an grundlegendste journalistische Werte? Und wie gehe ich mit dem neu gewonnen Wissen um? Von wenigen sehr anspruchsvollen und guten Weblogs ausgenommen sind diese meist leider nichts weiter als die Tagebücher derer die zu viel Zeit und zu wenig persönliche Zuhörer haben. Dies soll kein Vorwurf sein und auch keine Herabwürdigung, sondern nur eine Einordnung. Solange der jeweilige Anspruch der Autoren nicht unverhältnismäßig von dessen Realität abweicht und mehr vorgeben wird, ist schließlich alles erlaubt. Fast schon amüsant wirkt da die Angst in den klassischen Redaktionen vor diesem Medium. Gerade sie sollten doch mit ihrer langjährigen Medienkompetenz wissen was einen guten Artikel von einer spontanen Meinungsäußerung unterscheitet, wissen wo die Unterschiede zwischen Recherchen, Nachrichten, Berichten, Reportagen, Glossen und Kommentaren sind. Oder wissen sie es genauso wenig und ist ihre Angst nur der Ausdruck des eigenen Unvermögens und der eigenen Korrumpierbarkeit durch „Sachzwänge“?

Eins der aktuellen Negativbeispiele hierfür dürfte wohl die Geschichte des Thorsten S. (Name vom Autor geändert) und seines Blogs sein. Mit einem fast schon beispiellosen Tatendrang versucht er seit dem man ihn an der TU Ilmenau kennt die Massen zu informieren, polarisieren und zu manipulieren. Egal ob es damals mit der Uniskop war – dem ersten Hochglanz Magazin an der TU Ilmenau, welches schon damals mit viel Verpackung, großen Ankündigungen und wenig konkreten Inhalt seine Schatten vorauswarf. An echter Information schien Student S. nie gelegen, ihn faszinierte wohl mehr die Macht über die öffentliche Meinung die man damit in der Hand halten konnte sobald die Reputation groß genug ist. Nachdem er sich aber mit den Kollegen überworfen und auch an anderer prominenter Stelle – dem Studentenrat nur kurzweilig fußgefasst hatte, traf er auf das Web 2.0. Einem neuen Medium; einem freien Medium; einem jungen Medium in dem die Reputation noch allein aus der Rolle und nicht aus dem vorliegenden Taten und Texten abgeleitet wird; einem Medium in dem man das Geld nicht aus den Taschen der Kunden sondern der Werbepartner locken kann; einem Medium in dem man sich der Kritik nicht stellen muss, sondern unerwünschte Kommentare einfach löschen kann, wodurch ein scheinbarer Wahrheitsgehalt suggeriert wird, da eine Gegendarstellung nicht das gleiche Gehör finden wird; einem Medium das sitzt wie ein Maßanzug; einem Medium mit dem man noch aus sicherer Distanz meinten kann mit allem abrechnen zu können das einem irgendwann einmal die Schau gestohlen hätte;

Ob und wie viel an den Geschichten des Studenten S. über den „Braunen Sumpf in Ilmenau“, die „rechte Burschenschaft“, die „rechten Studentenvertreter“ und ähnliches dran ist kann man an anderer Stelle im Netz mehr oder weniger gut nachvollziehen, z.B.:
www.bluejax.net
abmahnung.blogger.de
blog.slash-me.net
www.vanity-care.de

Viel interessanter ist indes seine Handlungsweise in dem er seit Jahren immer wieder neue Sticheleien in seinem Blog oder in SPI veröffentlich, genau um die Provokation wissend und sich jedes mal um eine sachliche Diskussion, Stellungnahme oder aber auch nur Darlegung von stichhaltigen Beweisen drückend. Ist dies die Handlungsweise eines Aufklärers? Einer Person der es um die Sache geht oder doch eher nur um einen kleinen Tagebuchautor der Besucher anlocken und sich einen Spaß aus dem Katz- und Mausspiel machen will? Dass er auch nicht gerade zweimal darüber nachdenkt bevor er selbst mit dem Anwalt gegen ihm unliebsame Artikel der Thüringer Allgemeinen und darüber berichtende Blogger-Kollegen [2] [3] droht wundert da wohl kaum noch.

Ob nun der Brief des Rektorates und der dort angedrohten Exmatrikulation nun ein probates Mittel ist oder nicht ist eine gute Frage. Natürlich hat dies alles ein wenig den Charakter einer unverhältnismäßigen Reaktion, allerdings muss man auch sagen, dass diese Reaktion der Wahl der Waffen geschuldet ist denen beide Seiten zur Verfügung stehen. Auf der einen Seite Student S. mit seinen hoch effektiven Web-2.0-Nadeln und auf der anderen Seite die ältere Generation mit nicht viel mehr als ihrer schweren Artillerie. Wer siegen wird dürfte wohl klar sein: Niemand. Auch weil es für keine Seite auch nur ansatzweise etwas zu gewinnen gäbe.

Doch noch viel unschöner an diesem Streit ist schon jetzt, dass diese Sache Kreise zieht welche in dieser Form wohl bestimmt von keiner Seite beabsichtigt waren. Zum Beispiel klagen einige der aktiven Mitglieder der ISWI e.V. bereits jetzt, dass sie ab und an mehr Zeit mit Richtigstellungen zu diesem Thema beschäftigt wären als mit den Vorbereitungen der diesjährigen ISWI. So schadet Student S. den Kampf gegen Rechts, den er sich gern auf die Fahnen schreibt wohl mehr, als das er bislang etwas mit seinem Blog erreich hätte.

Wenn Reden, Diskutieren und auch Abmahnungsschreiben keine Wirkung zeigen, bleibt wohl nur noch eins: Die Waffe des Web 2.0 ist die Reputation oder der Verlust dieser. Wenn es einem Student S. gelingt ein paar Leute von seiner Wahrheit(tm) zu überzeugen, dann sollte es einer größeren Anzahl an (neuen) Bloggern aus dem Umfeld der TU Ilmenau möglich sein das gleiche zu erreichen und Student S. jegliche bisher angemaßte Reputation und verbliebene Unterstützung in der Blogosphere zu entziehen.

Also auf geht’s! Das Web 2.0 wartet darauf demokratisiert und von Selbstdarstellern wie Thorsten S. befreit zu werden…

Darüberhinaus lesenswert: www.klingshor.de

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16 Responses to “Über die Reputation im Web 2.0”

  1. hagbard^ Says:

    Tja da bin ich wohl der erste der hier antwortet.
    Erstmal muss ich dir zustimmen was deine Beobachtungen über einen gewissen Blog Besitzer geht. Seine Hauptintension ist zu provozieren, mit den netten Nebeneffekt das man im Web 2.0 mit Provokationen schneller Geld machen kann als die BILD in ihren Geburtsstunden.
    Doch denke ich ziehst du daraus die falschen Schlüsse. Die Idee eines Gegenblogs zu den von Herrn S. ist ja nicht neu, und schonmal gescheitert. Denn im Grunde genommen tut man ihn damit ja einen Gefallen, denn alles was er will ist doch Aufmerksamkeit und eine damit gekoppelte Besucherzahl seines BLOGs steigern. Für ihn zählt doch die Devise besser schlechte Presse als gar keine, von daher stehe ich den etwas skeptisch gegenüber.

    Greetz, Hagbard

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  2. Achim Friedland Says:

    @Hagbard:
    Danke, aber eins siehst Du falsch: Das hier ist kein Gegen-Blog, es ist _mein_ Weblog und andere werden noch folgen. Wer meine bisherigen Newspostings zum Thema Hochschulpolitik kennt der wird diese, in gewisser Art und Weise, nun auch via RSS abonnieren können… vielleicht ist es ja doch gut ein wenig mit der Zeit zu gehen ;)

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  3. hagbard Says:

    Freut mich zu hören dass du dich auch weiterhin auf die wichtigeren Themen konzentrieren willst. Daher noch viel Erfolg, vielleicht liege ich ja auch falsch mit meiner Meinung das der BLOG von … sich selbst überschätzt und überschätzt wird…

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  4. Alexander Trust Says:

    Intension ist der Sinn, Intention die Absicht. Der Kollege möge Obacht geben und nicht Russisch Roulette spielen, wenn er sich den Mund demnächst zu voll nimmt.

    Wer macht hier bitteschön irgendwo mit Geld? Ich habe meine Domains seit 9 und seit 5 Jahren. Und 2007 ist das erste Jahr, indem ich Werbung zulasse, die überdies nicht ein Mal die Kosten wieder reinholt. Wenn du also ein Argument verwenden möchtest, solltest du dich bei der BILD-Zeitung informieren. Denn die verdienen unheimlich viel Geld mit Werbung. ;)

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  5. hagbard Says:

    @A. Trust

    Ich meinte schon Intention, war halt spät…
    Ausserdem verstehe ich nicht wie du darauf kommst, dass ich deinen BLOG meine (also den du in deinen Namen verlinkst), dieser ist mir unbekannt und ich hatte auch nicht die Absicht mich über diesen in irgendeiner Weise abfällig zu äußern. Von daher finde ich deinen Post irgendwie merkwürdig…

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  6. Achim Friedland Says:

    @A. Trust

    Dein Kommentar wäre verständlicher wenn Du kennzeichnen würdest wen Du mit welchen Satz ansprichst.

    Ansonsten ist Werbung auf seinem Blog nunmal für nichts gut. Das Geld am Monatsende wird nicht merklich mehr und das Karma erleidet totalen Schiffbruch. Wozu das also? Seine Seele kann man doch wirklich gewinnbringender verkaufen ;)

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  7. Alexander Trust Says:

    Der Dativ ist zwar dem Genitiv sein Tod, aber deine und seine Konstruktionen bieten derzeit noch mehr Not und Elend. Es mag sein, und Sprache ist ja lebendig, dass eines Tages auch diese Dinge sich verändern. Wenn ihr mit mir reden wollt, und ihr wollt anscheinend nicht ohne Polemik auskommen, sondern irgendwelche abstrusen Argumente auspacken, dann bestehe ich darauf, oder ich kann euch nicht Ernst nehmen. Ihr seid Studenten?! Manche unserer Professoren haben schon Recht, wenn sie die Hände vor dem Kopf zusammenschlagen.

    Nun, da keine Pflicht zur Kennzeichnung besteht, muss ich euch ja nicht jeden Gefallen tun. Der, der sich angesprochen fühlt, darf gerne antworten. Oder solltet ihr beim Schreiben eurer Sätze unmittelbar wieder vergessen, wer was geschrieben hat? Die Semantik adressiert schon recht genau. Von daher seh’ ich das als Haarespalten, und deshalb eben beharre ich dann auch darauf, dass ihr euch an eure eigenen Maßgaben haltet. Wenn nicht, brauchen wir uns nicht an einen Tisch setzen.

    Ich verkaufe nicht meine Seele, weil die Seele nichts Alleinstehendes ist. Von welchem Karma sprichst du? Wenn ich Wert auf Karma legen würde, dann würde ich mir Argumente aussuchen, die der breiten Masse entgegenkommen. Ich habe meine eigene Meinung, im Gegensatz zu so viele Opportunisten dort draußen.

    Nun zu Hagbard, jeder spricht für sich und der Kontext spricht für alle. In Achims Kommentar auf meiner Seite und in dem Artikel hier wird durchaus Herr S. mit anderen auf eine Stufe gestellt. So darf man sich dann auch angesprochen fühlen, wenn das Argument unter dem Text zwar nur Herrn S. anspricht. Denn wir wurden ja zuvor mit ihm über einen Kamm geschert; und ich fühlte mich angesprochen. Da ist dann aus meiner Sicht nichts Merkwürdiges dran. Es ist aber legitim, dass alle Beteiligten die Dinge unterschiedlich erleben.

    Nun, ich glaube nicht, dass du das Argument allen Leuten so vorhältst. Ich bezweifle sogar, dass du einem Gewerbetreibenden oder einer Zeitung, dem Fernsehbetrieb und anderen sagen würdest, dass Werbung zu nichts nutzt. Werbung finanziert das Programm. Ohne Werbung gäbe es ein Schmalspurprogramm. Wo man da eine Grenze setzt. Ich habe eine für mich gesetzt. Auf meinem Privatblog – Sajonara ist dieser nicht – habe ich keine Werbung. Ich betreibe viele Projekte. Und ich wende nicht unwesentlich viel Zeit dafür auf. Aus diesem Grund verfahre ich eben so, wie ich verfahre. Wenn Tagebuchschreiben für dich ein Hobby ist, dann behandle es auch so. Für mich ist Schreiben mehr. Und ich produziere unheimlich viel Text am Tag. Wenn man sich mit einem Blogverlag u. U. selbständig machen wird, dann glaube ich nicht, dass du mir dann immer noch dein Argument vorhältst. Ich finde es also mehr als fadenscheinig. Natürlich kann ich mich auch irren, und du bist jemand, der tatsächlich auch jeder Zeitung, die er schon Mal gelesen hat, und jedem Internetauftritt einen Leserbrief geschrieben hat, in dem er andeutete, dass das Organ seines Vertrauens doch bitte auf Werbung verzichten möge.

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  8. Achim Friedland Says:

    @A. Trust

    Nun wenn man verstanden werden will ist es einfach sinnvoll seine Argumente so kontextfrei wie möglich zu formulieren. Das unterschiedliche Leute den gleichen Satz auf ganz unterschiedliche Art und Weise interpretieren ist in der menschlichen Sprache nunmal so. Man kann dies nicht ändern, man kann das Risiko und unnötige Diskussionen die hierraus entwachsen aber minimieren.

    Für Dein kommerzielles Blogprojekt wünsch ich Dir aber alles Gute _und_ viele Werbekunden. Allerdings würde ich es derzeit nicht lesen, weil die meisten Postings meiner Meinung nach zu sehr die persönliche Meinung zu Wort kommen lassen statt einfach nur wertungsfrei zu berichten.

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  9. Timo Says:

    “Ob nun der Brief des Rektorates und der dort angedrohten Exmatrikulation nun ein probates Mittel ist oder nicht ist eine gute Frage.”
    Richtig, aber die Antwort darauf steht für mich fest – und nur das ist Thema in meinem hier auch verlinkten Posting.

    Die eine Sache ist das Veröffentlichen von Aussagen in einem Blog, die möglicherweise korrigiert oder unterlassen werden müssen. Hier gibt es auch keinen Unterschied zwischen Blogs und anderen Medien des Profi-Journalismus. Blogs als Orte der Agitation ohne Rücksicht auf Fakten darzustellen (”einem Medium in dem man sich der Kritik nicht stellen muss, sondern unerwünschte Kommentare einfach löschen kann, wodurch ein scheinbarer Wahrheitsgehalt suggeriert wird”) ist schlicht falsch. Unter Zeitungsrtikeln müssen die Kommentare erst gar nicht gelöscht werden, da dort dort gar keine stehen.

    Die zweite Sache ist die Androhung einer Exmatrikulation. Beides hat überhaupt nichts miteinander zu tun, das Ilmenauer Unirektorat hat aber einen Zusammenhang konstruiert – und nur dagegen richten sich die meisten Proteste. Die Postings aus dem NYBlog sind auch erst nach dieser Androhung einem breiten Publikum bekannt geworden. Der mögliche Schaden, der für die Uni vorher von den Texten ausging, war kaum messbar. Mit der scharfen Reaktion hat sich die Uni einen Bärendienst erwiesen, da zumindest der Eindruck erweckt wurde, dass man bereit ist, mit unliebsamen Kritikern nicht zimperlich umzugehen. Daraus könnte sich ein weitaus größerer Schaden für das Ansehen der Uni ergeben.

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  10. taz Says:

    Es ist tatsächlich ein Sumpf, in welchem sich die TU Ilmenau derzeit befindet. Ob er nun braun ist, wie die Eingangsthese war oder irgendeine andere Farbe, ist egal.

    I-Tüpfelchen reiten hat noch nie irgendwo geholfen.

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  11. hagbard Says:

    @Alexander Trust
    Merkwürdig fande ich das du deinen BLOG verteidigst obwohl sich die Kritik meinerseits nicht gegen dich gerichtet hat, da kam für mich der Eindruck auf als wolltest du für einen BLOG sprechen auf dessen Gestaltung du keinen Einfluß hast. Den Kommentar von Achim auf deiner Seite habe ich erst nach deiner Antwort hier gelesen,ich hoffe jetzt sind alle Unklarheiten beseitigt und ich denke Herr S. kann für sich selber sprechen…

    [Reply]

  12. dd Says:

    @Achim

    Meine Antwort zu deinem Kommentar und deiner Sicht der Dinge gibts drüben:

    http://www.blog-n-roll.net/?p=224#comment-1000

    Dies scheint mir ein reiner “Thorsten S”- Watchblog zu sein. Etwas anderes sehe ich hier nicht, geschweige den eine ernst gemeinte Diskussion über Web 2.0 bzw. Blogs von Seiten des Autors.

    [Reply]

  13. Alexander Trust Says:

    Schau, es gibt genug Leute, in Wissenschaft und Journalismus, die die Augen verschließen. Mein Vorbild ist Pierre Bourdieu, der den Leuten den Sand aus den Augen gerieben hat und allen elitären Quatsch entzauberte. Nur die Mächtigen mögen es nicht, wenn man den Leuten zeigt, wie wenig eigentlich dahinter steckt. Die Intelligentsia hat sich stark zurück gehalten und in Deutschland gibt es nur wenige Leute, die den Mund aufmachen. Ich für meinen Teil finde wertfreies berichten nutzlos. Das hast du an jeder Ecke, in jedem Presseorgan und eben in vielen, vielen wissenschaftlichen Publikationen. Unsere Gesellschaft hat unheimlich viel Wissen, und unheimlich wenig Leute, die was damit anfangen können. Trotzdem sind die Akademiker stolz wie Oskar darüber, und die Journalisten schreiben dann eben aus ihrem Elfenbeinturm heraus. Für mich ist eine Meinung wichtig, und die werde ich auch kommunizieren, wegschauen tun zu viele Leute, und wenn man die Leute erreichen möchte, muss man sich ihnen eben annähern.

    Die meisten Zeitungen jedenfalls sind mir zu fad’. Ich kann mit nem Algorithmus und den Textbeiträgen von einigen Tageszeitungen der letzten drei Monate höchstwahrscheinlich alle Artikel am Ende vom Computer selbst entwerfen lassen. Journalisten und Akademiker haben in meinen Augen aber eine Verantwortung, die ihnen obliegt durch ihren Vorsprung an Information und Wissen. Durch die bloße Berichterstattung wird natürlich jedem selbst überlassen, was er sich für einen Reim darauf bildet. Nur gibt es einen beunruhigenden Trend, eine Lethargie. Ich spreche jetzt nicht von dir, du hast deine Meinung, und das finde ich gut so. Aber es gibt unheimlich viele Leute, die keine Meinung haben, und bei denen auch versäumt wurde, so ein Fundament der Meinungsbildung auszubilden. Wir haben zu viele Fähnchen im Wind. Die Leute müssen nicht meiner Meinung sein, um Gottes Willen, aber Schulterzucken, und Weggucken, das ist in meinen Augen Stillstand für eine Gesellschaft. Da reiten irgendwelche Katheder immer weiter weg von der großen Masse des Volkes. Am Ende ist Journalismus und Akademik nur noch ein Selbstzweck. Das darf es in meinen Augen nicht sein. Wenn man in einem Bürgerjournalismusprojekt, Betonung wollte ich auf Bürger legen, viel zu sehr um normative Formenlehre journalistischer Konzepte streitet, anstatt auch dem Bürger einen Weg dorthin zu ebnen… da kommt irgendwie eines zum anderen. Jedenfalls sehe ich es nicht ein, immer auch meinen Senf abzugeben. Er ist einseitig, natürlich, wie jeder Senf, aber er ermöglicht den Leuten, sich daran zu reiben. Und ich werde die Fähnchen in meinem Blog-Wind schon immer daran erinnern, dass es mir nicht darum geht, dass sie immer Ja und Amen zu allem sagen, was ich schreibe, sondern dass sie sich Gedanken machen sollen, ob sie das, was ich schreibe auch nachvollziehen können. Ich fühle mich nicht geschmeichelt, wenn jemand mir Honig um den Mund schmieren will, ich reagiere eher skeptisch. Und ich freue mich, wenn man über kritische Standpunkte eine Diskussion entwickeln kann. Da kommt am Ende mehr bei rum.

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  14. Achim Friedland Says:

    @A. Trust

    Okay, zum ersten Absatz deines letzten Kommentares gebe ich dir durchaus recht. Die Intelligenz in Deutschland ist durchaus vorhanden und weit verbreitet, aber scheinbar seit Generationen ohne Rückgrad gebohren. Dennoch würde ich für meinen Teil berichtendes und kommentierendes strikt trennen auch wenn so etwas innerhalb ein und des selben Blogpostings erlaubt ist. Der Leser soll es nur zweifelsfrei erkennen können.

    Zum zweiten Absatz muss ich aber sagen, dass irgendetwas schreiben damit sich Leute daran reiben können eigentlich genauso unproduktiv ist wie gar nichts schreiben. Wenn man etwas aus einer neutralen Position schreiben kann dann sollte man dies, außer im Notfall auch tun. Alles andere ist nur Provokation um der Provokation willen und nicht der Sache wegen. Wenn ich sehe wieviele tolle Ideen an unserer Uni manchmal in Gremien zerredet werden nur weil es halt viele rückgradlose Leute gibt die statt die Klappe zu halten lieber alles 10mal diskutieren wollen, dann ist mir manchmal jemand der einfach zupackt viel lieber, auch wenn das Risiko, dass es dadurch schiefgeht nicht gerade klein ist.

    [Reply]

  15. Dinge, Zeugs und Sachen Says:

    Neues von den Kämpfern für die gute Sache…

    Herr S. hat wieder zugeschlagen! Ich hatte ja letztens bereits ausführlich über die Probleme mit solchen selbsternannten Kämpfern für die gute Sache (TM) sinniert. Ähnliche Gedanken finden sich bspw. auch im Blog vom werten Herrn Friedland. Nun, d…

  16. blog.ahzf.de » Blog Archive » Die Geister die Student S. rief… Says:

    [...] Mitglieder des StuRas und anderer ilmenauer Studierende zu diesem Thema. Nicht nur auf diesem Blog, sondern auch auch an vielen anderen Stellen im Netz gibt es hierzu Klarstellungen, z.B.: [hier] [...]

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